EEB Rhein-Neckar-Süd

Wer wir sind

Wandlungen einer Identitätssuche
Quelle: Foto: Pfeifer, RNZ

„Wenn wir uns über uns selbst klar sind, woher wir kommen, wer wir sind, wo es hingehen soll, dann können wir auch besser mit anderen umgehen. Das betrifft Menschen untereinander ebenso wie Religionen oder Nationen. Deshalb ist die Vergangenheit wichtig. Und gleichzeitig dürfen wir niemals stehenbleiben.“ Prof. Dr. Lars Castellucci, MdB

Zum 50-jährigen Jubiläum der Evangelischen Erwachsenenbildung Baden hatte die Evangelische Erwachsenenbildung Rhein-Neckar-Süd zu einer Festveranstaltung mit Prof. Dr. Dieter Borchmeyer eingeladen. Er stellte die Frage nach der Identität unter der Perspektive wer „wir“ als Deutsche mit der Kultur und Geschichte dieses Landes sind. In seinem anregenden Vortrag erhellte er diese Frage geistes- und kulturgeschichtlich mit vielen Aspekten und Beispielen. Vielleicht zeichnet es die deutsche Geschichte und Identität auf besondere Weise aus, dass sie von einer Bildungs- und Ideengeschichte geprägt ist und weniger von einer politischen einheitlichen Macht- und Siegesgeschichte.

Diese Einsicht auch in der Erwachsenenbildung fruchtbar zu machen, könnte eine lohnende Aufgabe in den kommenden Jahren sein. Wo kann gerade kirchliche Erwachsenenbildung, theologisch etwa, an die Erfahrung der „Gebrochenheit“ der Geschichte, namentlich im 20. Jahrhundert, anknüpfen und eine Sprache finden, mit dieser Gebrochenheit, die Teil unserer Identität ist, umzugehen? Oder wo findet sich ein Anknüpfungspunkt für die Einsicht von Dichtern und Denkern, dass Menschsein Sein in Beziehung und Gemeinschaft ist – dass „ich“ am anderen werde und entstehe?

Prof. Dr. Sibylle Rolf

Doris Eckel-Weingärtner
Evangelische Erwachsenenbildung Rhein-Neckar-Süd