Mann über Bord (17.05.2017)

80 Männer folgen der Einladung zu einem Orientierungstag im Karlsruher Hafen

Quelle: Petra Becker-Hildebrandt

„Mann über Bord“ – 85 Männer haben am 13. Mai 2017 an der Vier-Häfen-Rundfahrt mit dem Fahrgastschiff „Karlsruhe“ teilgenommen. Wenn das Motto zutreffe, stellte Dekan i.R. Paul Gromer, der „Lotse an Bord“ fest, „dann ist in den entscheidenden Gremien ein rasches und die Not abwendendes Manöver angesagt“, nämlich, „dass sich unsere Bezirkssynoden, die Ältestenkreise, die Gemeindeversammlungen mit dem Thema befassen“. Gromer fuhr fort: „Sie, die Männer, sind ein enormes Potential für das Schiff Kirche, damit es keine weitere Schlagseite bekommt.“ Sozialwissenschaftler sprächen bereits von einer Feminisierung der Kirche.

Arbeitsgruppen mit den Stichworten Glaube, Mannsein, Kirche und Ideen befassten sich mit der Frage, wie Kirche sich verändern muss, um für Männer attraktiv zu sein: Was brauchen Männer, um an Bord des Kirchenschiffs zu bleiben oder zuzusteigen, was glauben Männer und was macht Männern Spaß?“ fragten die Planer der Reise Rainer Schnebel (Referent im Projekt „Kirche attraktiv für Männer“), Michael Pietras (Gemeindediakon in Pfinztal) und Joachim Faber (Leiter der Evang. Erwachsenenbildung Karlsruhe).

Die Pfarrgemeinde sei nicht allein „die Kirche“, schien am Ende des Tages festzustehen. Kirche müsse sich vernetzen, kommunikativer und vielfältiger werden. Die Chance, von anderen zu lernen, solle sie wahrnehmen, Begeisterung bewirken, sich mit Bewertungen zurückhalten und der Tatsache Rechnung tragen, dass auch „das Böse“ im Männerleben vorkomme. Es komme weniger darauf an, was jemand glaube, sondern dass Männer „wertschätzend, achtsam mit sich und anderen und ehrlich“ lebten. „Wir alle sind Gottes Kinder, und wenn einer sich selbst liebt, damit er die anderen lieben kann, halte ich ihn für einen rechten Kerl“, fand ein Teilnehmer.

Dass sie auch selbst in theologischen Fragen kompetent seien und somit in der Lage, ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Gott zu diskutieren, nahmen die Männer für sich in Anspruch. Trost gewännen sie nicht nur aus dem, was sie glaubten, sondern auch „aus der Gemeinschaft, aus dem Teilenkönnen mit anderen Menschen“. Meditation und Alleinsein stellten einige als Kraftquelle dar: „Ideen kommen aus der Stille, und ohne Begeisterung geht gar nichts.“ In der Kirche fühle Mann sich durchaus wohl, denn „da habe ich das Gefühl, keiner ist gegen mich.“ Was Mann glaube, „gibt mir Halt, mal mehr, mal weniger.“ „Dein Wille geschehe“ sei ein Trostwort ebenso wie die Idee, auf der Erde zu sein, um sie etwas besser zu hinterlassen als Mann sie vorgefunden habe.

Lotse Paul Gromer dankte für die Orientierung: „Als Segler freut es mich, dass der Heilige Geist, der Geist Gottes und der Wind ein und dasselbe Wort sind. Wenn ich weiß wo ich hinwill und wie ich deshalb meine Segel zu setzen habe, dann gibt der Wind meinem Boot einen enormen Kraftschub.“ Kurz vor dem Anlege-Segen freute sich ein Teilnehmer: „Sowas wie hier habe ich noch nicht erlebt. Wie wäre es, mal ein Automobilwerk oder eine Brauerei zu besichtigen und hinterher ins Gespräch zu kommen?“ Diplom Religionspädagoge Rainer Schnebel, Männerreferent Nordbaden, ist ansprechbar (rainer[dot]schnebel[at]kbz[dot]ekiba[dot]de).

Joachim Faber

Quelle: Joachim Faber
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